23. August 2011

150 Einladungen für Google+ abzugeben

the day after (facebook)

ein neues Wunderkind betritt die Bühne der Social Networks und wie nicht anders zu erwarten handelt es sich um einen der ganz großen (bösen?): googles durst nach kundschaft ist offenbar unstillbar, und als nutzer des einen oder anderen dienstes (dieser blog läuft ja auch auf googles servern...) kann ich die "krake" in so manchen bereichen durchaus empfehlen.

langer rede kurzer sinn:

für alle, die schon lange einen google+ account haben wollten und ums verrecken von niemandem eingeladen wurden :)

28. Juni 2011

Bildungsvolksbegehren läuft noch bis 1. Juli !

Oh doch, es gibt sie noch, die österreichischen Volksbegehren, auch wenn selbige im Vergleich mit einem italienischen Referendum demokratiepolitisch gewaltig abstinken. Wie schon einmal erwähnt, sind italienische Referenden gleichbedeutend mit der automatischen Gesetzwerdung - sofern eine gewisse Teilnahmehürde genommen wurde UND selbstverständlich die Mehrheit auch FÜR den jeweiligen Gesetzestext gestimmt hat.
Hierzulande vergällt man einem die Unterschrift im Grunde dadurch, dass ein Volksbegehren die Regierung lediglich dazu verpflichtet, den "begehrten" Inhalt im Parlament zu "behandeln". Na bumm - wir werden also dahingehend degradiert, dass wir netterweise mit ein paar hunderttausend Unterschriften einen Tagesordnungspunkt auf die Agenda setzen dürfen...
Als hoffnungsloser Idealist gebe ich meine demokratischen Utopien allerdings niemals auf und hoffe wenigstens auf meine (ausgesuchte, um nicht zu sagen spärliche) Leser_innenschaft: Auf dass so viele Menschen wie möglich den Gang zu ihrem Rathaus wagen mögen. Bewaffnet mit einem Ausweis und der festen Überzeugung, dass der Dreck einfach nicht so tief sein DARF, dass wir den Karren nicht aus selbigem zu ziehen vermögen!

15. Juni 2011

Cavaliere vs. Glawischnig 0:1

und die Italiener haben noch einmal die Kurve gekratzt: NEIN zu den Ausbauplänen der Atomkraft, NEIN zur Privatisierung des Wassers und NEIN zum Immunitätsparagraphen, der den alten Bock so lange im Obergärtneramt gehalten hat.

YaYYY - da lacht mein Herz,


um gleich darauf wieder auf den Boden der österreichischen Tatsachen zurückgeholt zu werden, die da lauten: "Glawischnig fordert Verbot von Zigarettenautomaten"

Jaja, so ist die Welt, und ob es mir/uns passt oder nicht, so ein grüner Fehlgriff ist um Welten interessanter als die mit Sicherheit für unsere Gesundheit wichtigere Frage, ob in Italien Atomkraftwerke gebaut werden oder nicht.

Im Kampf um mediale Aufmerksamkeit schlägt der Automatenkrieg die BungaBungaFront um Längen: 2300 Postings (im sekundentakt mehr) auf derStandard.at zu Glawischnig vs. 480 Postings (und stillstand) zu Berlusconi

Ich bin ehrlich gespannt, wer den Handschuh in den Ring werfen wird. Bei aller persönlicher Wertschätzung meiner Jahrgängerin muss man laut darüber nachdenken dürfen, ob die Zeit nicht reif ist für einen Wechsel an der Spitze. Wenn ich meinen Instinkten etwas Freilauf gewähren darf, dann kommt die Diskussion um das Automatenverbot gerade recht:

  • wo in Frankreich grüne Europa-Geschichte geschrieben wird, demontiert das grüne Österreich einen Voggenhuber und gleichzeitig sich selbst - so nebenbei hievt man damit einen H.P. Martin in europäische Sphären... (das Ergebnis aus Dornbirner Sicht übrigens mehr als absehbar...)
  • wo in Deutschland grüne Bürgermeister aus dem Boden sprießen und in Baden-Württemberg sogar ein grüner Ministerpräsident dem Stuttgarter Automobiladel die Stirn bieten darf, kämpfen wir Basiswappler hierzulande mit Gegenwind und schlechten Imagedaten von ganz oben.
  • wo in Österreich ganze Heerscharen von Eltern/Lehrer_innen und unpolitischen Bürger_innen eine Reform der Bildungspolitik erzwingen wollen, müssen wir Grünen auf einen Hannes Androsch(!) warten, der die Kraft aufbringt, ein Volksbegehren dazu auf die Beine zu stellen.
  • und wo wir Kleinen uns für große Ziele abstrampeln, und auf der Strasse stehen für Themen wie Anti-Atomkraft, Energiewende, Grundeinkommen, Gleichberechtigung, Bildungsreform, uvm. müssen wir  seit Jahren damit leben, dass wir auf AbtreibungsBefürworter, MultiKultiFantasten und AntiRauchMiliz reduziert werden
Nuff said!

Ich persönlich lasse mich als Grüner liebend gerne dafür kritisieren, dass ich beim Grundeinkommen zu radikal, bei Marihuana & Co. zu liberal, bei Bildung zu offen und beim Überwachungsstaat zu vorsichtig bin. Aber für Fahrradnummerntafeln und Zigarettenautomaten möchte ich einfach nicht geprügelt werden. Dafür sind mir diese Themen zu unwichtig und die Hintergründe zu fragwürdig.

3. Juni 2011

Addio Cavaliere!

Oh mein Italien! Als Pensionsanspruchsberechtigter bei der italienischen "GKK" mache ich mir zwar keine Sorgen um die ebd. verweilenden Ansprüche, werfe aber immer wieder gerne einen Blick über den Alpenhauptkamm nach Süden. Flattert mir doch kürzlich ein volantino ins Haus, mit der Bitte um Vervielfältigung:

Am 12./13. Juni findet wieder einmal ein Referendum statt - und hätte ich gleich drei Daumen, würde ich sie alle gaaaaanz fest drücken. Schließlich ist so ein italienisches Referendum kein Synonym für eine österreichische Volksabstimmung - ganz im Gegenteil: allen politischen Mängeln zum Trotz pflegen die Italiener eine lange Tradition der Mitsprache - ein Referendum wird faktisch noch am selben Tag Gesetz, wenn eine qualifizierte Mehrheit der Bevölkerung dafür gestimmt hat!

Im Detail wird zu folgenden Themen abgestimmt:

1. Daumen hoch: für den Ausstieg aus der Kernenergie. Nach der Schweiz und Deutschland kommt vielleicht auch das große Umdenken in Italien? Nach Tschernobyl hatte schon einmal ein Referendum in Italien stattgefunden und der Ausstieg wurde mehrheitlich angenommen. 2009 beschloss dann die Mitte-Rechts-Regierung (ähnlich wie in Dt.land) den Ausstieg vom Ausstieg, und plante die Errichtung 4 neuer Anlagen. Wollen wir hoffen, dass es nun doch nicht mehr dazu kommt!

2. Daumen hoch: für die Sicherung des Wassers als öffentliches Gut. Es gab und gibt ja auch schon bei uns Bestrebungen der Wirtschaft, sich dieses Gutes zu bemächtigen. Umso mehr natürlich in Italien, das nicht ganz so gesegnet ist mit Trinkwasservorkommen. Wenn man die Regale in den italienischen Supermärkten abläuft, fällt schon auf, was es bedeutet, wenn das Leitungswasser nur mehr zum Kochen, Waschen und fürs WC ausreichend sauber ist... Übrigens: im Volksmund nennt man die öffentlichen Brunnen "acqua del sindaco" = Bürgermeisterwasser :)

3. Daumen hoch: so richtig "unösterreichisch" wird es, was die Abstimmung zur "Gleichbehandlung vor dem Gesetz" betrifft. Da entlädt sich Volkes Zorn über einen Berlusconi, seine Eskapaden und die faktische Unantastbarkeit. Ob so eine Abstimmung hierzulande Erfolg haben könnte, sehe ich eher negativ: unsere Politschlawiner sind ja zu schön, zu reich und zu jung, als dass man sie wie jeden normalen Menschen vor Gericht zerren würde. Obwohl, auch die Italiener haben lange zugewartet - und dem lieben Karl-Heinz rückt man mittlerweile tatsächlich auf die Pelle...

Nun bin ich zwar überzeugter Europäer und der italienischen Sprache durchaus mächtig, aber abstimmen müssen unsere südlichen Nachbarn ohne mein Zutun, ich mach einfach ein wenig Werbung :) - dem Flugzettel nach darf das italienische Fernsehen nämlich keine Referenden propagieren !? Andererseits, wen wundert das, wenn das Staatsoberhaupt die Hand auf öffentlichen UND privatem Rundfunk hat. Da hat der Vorstoß zur Aufhebung der Immunität gleich einen besonderen Beigeschmack: In bocca al lupo, Italia - e addio Cavaliere!

30. Mai 2011

Ausgewogen: 5 Gruppentermine - *update 3.6.*

Was durften wir schräge Blicke einstecken, als wir uns erdreisteten, die Einbindung der Bevölkerung in das Budgetsanierungsprojekt "ausgewogen" kritisch zu hinterfragen. Nun liegen die Zahlen vor, und wir nehmen zur Kenntnis, dass von 45.000 Dornbirnerinnen und Dornbirnern sich handverlesene 25 für eine Arbeitsgruppe gemeldete haben. Wen wundert dieses halbe Promille, wenn
  • keine vernünftigen Daten für die Mitarbeit frei zur Verfügung gestellt werden
  • die Hauptarbeit so oder so in Händen der Verwaltung liegt, und
  • selbst wir Stadtvertreter_innen ziemliche Mühe haben, den Datenwust durchzuackern, und
  • die möglichen weitreichenden Entscheidungen - wo denn nun wirklich massiv eingespart werden soll - letztendlich dann doch von der ÖVP alleine getroffen werden
Nichtsdestotrotz reichen wir die Hand, wo wir können. Wer sich für "ausgewogen" interessiert, ist bei uns recht gut aufgehoben: Genaue Daten zu den einzelnen "Projekten" darf ich zwar nicht online stellen, aber wer per email anfragt, kann gerne jede gewünschte Auskunft von mir haben: martin.konzet@gruene.at

Die Projektgruppen wurden übrigens angesichts der dünnen Beteiligung der Bevölkerung zusammengeschmolzen auf 5 große 6 Gruppen, welche an nachstehenden Terminen ihr erstes Treffen abhalten werden: Bevölkerung, Politik und Verwaltung sind gleichermassen willkommen!

Gruppe 1 (1+7 Amt und.Finanzen): Dienstag, 14. Juni 2011 - 18:00 Uhr, Rathaus - großer Sitzungssaal
Gruppe 2 (2 Sicherheit, Recht, Meldeamt etc. Soziales, Senioren etc.): Mittwoch, 15. Juni 2011 - 18:00 Uhr, Rathaus - großer Sitzungssaal
Gruppe 3 (5 Planung und Bau, Umwelt und Abfallwirtschaft): Mittwoch, 22. Juni 2011 - 18:00 Uhr, Rathaus - großer Sitzungssaal
Gruppe 4 (4a Bildung, Sport, Jugend, Kinder): Montag, 27. Juni 2011 - 18:00 Uhr, Rathaus - großer Sitzungssaal
Gruppe 5 (4b Kultur, Sport und Integration Musikschule und Kulturbetriebe): Mittwoch, 29. Juni 2011 - 18:00 Uhr, Rathaus - großer Sitzungssaal
Gruppe 6 (Pflege, Gesundheit, Soziales und Senioren): Mittwoch 6. Juli 2011 - 18:00 Uhr, Rathaus - großer Sitzungssaal

Ein paar mehr Details zu diesen Gruppen habe ich im
Menüpunkt "Termine Ausgewogen" abgelegt. Ein Klick genügt :)

19. Mai 2011

Anti-Atom-Aktion am Dornbirner Marktplatz

Letzten Samstag schlugen wir aufs Neue unsere Zelte am Dornbirner Marktplatz auf, um für Unterstützung im Kampf gegen das globale Atomrisiko zu werben. Und siehe da - wir waren nicht allein:


Auch wenn der Fukushima-Medien-Hype im Abklingbecken etwas gekühlt wurde, durften wir noch einmal einen Haufen ausgefüllte Unterschriftenlisten an Global 2000 schicken. Wir sind uns ja bewusst, dass die nicht-alltäglichen Gefahren so schnell wieder aus der Wahrnehmung verschwinden wie kontaminierte japanische Fisch-Konservendosen vom Markt genommen werden. Radioaktivität kann man nun einmal weder sehen oder hören noch riechen.

Wir Grünen stehen mit Sicherheit auch in den kommenden Jahren in der Öffentlichkeit, damit dieser Super-Gau nicht in Vergessenheit gerät, und die Menschheit nicht ein weiteres Mal so einen Schock erleben muss. Dazu stehen wir mit voller Überzeugung, auch wenn wir bei gewissen Menschen immer noch auf völliges Unverständnis stossen: so geschehen auch am Samstag, als eine Frau auf mich zuspringt, mir einen Cartoon in die Hand drückt

und mit den Worten "Da Herr Konzet können Sie sehen, wie blöd ihr Grünen seid!" auf dem Absatz kehrt macht und mit atomarer Lichtgeschwindigkeit wieder das Weite sucht... :)