15. Oktober 2011

Buko | Generaldebatte - Verlauf

Mit großen Diskussionen im ca. 300 Personen umfassenden Plenum ist es immer so eine Sache. Klingende Namen, weniger bekannte Akteure kommen zu Wort - von Eva Lichtenegger über "unserem" Johannes Rauch, mit Kommentaren von Martin Margulies, Monika Vana, uvm., wobei mir irgendwie die Absenz des gaaanz linken Teils der Wiener Delegation auffiel. Gut möglich, dass die Wiener Koalition eine der alten grüninternen Fronten auflösen konnte?

Zum Schluss nochmal Werner Kogler, mit exakt 0 Erwähnungen des Wortes "Eurobonds", danach die Abstimmung: 220 Stimmen für die Resolution, 1 Gegenstimme, 2 Enthaltungen.

Nachdem derStandard schon die ersten Eindrücke vom grünen Bundeskongress veröffentlicht hat, liegt die Latte ja schon etwas höher. Der ORF wuselt 2,5 Stunden nach Beginn immer noch mit der Kamera herum, und publiziert ebenfalls online...

 


Kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass das in der Buko-Geschichte immer schon so gewesen sei - das Interesse an der "25 Jahre korruptionsfreien Partei" scheint langsam doch noch in die Köpfe der ( von uns eben NICHT gesponserten ) Medien zu sickern - wollen wir's zumindest hoffen :D - verdient hätten wir es !!!

Generell darf man also davon ausgehen, dass der heutige Glawischnig-freie Tag mit sehr positiver Berichterstattung zu Ende gehen dürfte.

Buko | Generaldebatte Intro

Zum Hauptthema des Tages ( Europa am Scheideweg - Grüne Wege aus der Krise ) folgt nun die Generaldebatte.

Flankiert von einer Kernfrage, die mich persönlich stark interessiert:
  • kommt das Wort "Grundeinkommen" irgendwann zur Sprache ?
und so nebenbei eine Wette mit einem Tiroler Kollegen, wie oft das Wort "Eurobonds" angesprochen werden wird...

na mal sehen, was da auf uns zukommt :D

Buko | Vorträge und das ANWN Gesetz

Nach Ulrike Lunacek folgt als highlight ( man verzeihe mir den fan-status-bedingten englischen Ausdruck ) Stefan Schulmeister mit einer auf 20 Minuten eingedampften Vorlesung zum Thema Krise, Euro, Zinsen usw.

Einfach wieder einmal faszinierend, mit welcher Klarheit die Prinzipien unserer Welt des Kapitals durchleuchtet werden können - so jemand halt auch will... es liegt ja vermutlich nicht im Interesse der Krisenprofiteure, uns Betroffenen reinen Wein einzuschenken, was die aktuelle Lage betrifft.


Gut - manchmal wird's vielleicht etwas zu verkürzt, aber wenns schon bergab geht, dann wenigstens mit Humor - hilfts nix, so schadt's auch nix - Stefan Schulmeister mit ein paar "Schmankerln" zur Finanz- und Wirtschaftskrise:

  • das ANWN Gesetz des Finanzkapitalismus: "Aus Nix Wird Nix", oder halt übersetzt: Geld arbeitet nicht... 
  • die CDS Papiere als griechische Tragödie mit sprachlichen Konsequenzen: "der Französisch-Unterricht wurde schlicht und einfach gestrichen"
  • zu den Chancen, diese Krise zu überwinden: "es kommt auf die Lernfähigkeit der Eliten an im Vergleich zur Ausbreitungsgeschwindigkeit der Krise"
na Ok - schwierig, die besten Pointen rauszufiltern, wenn man gleichzeitig zuhören, schreiben, Fotos schießen und bearbeiten muss - und das noch dazu als MANN !!!

So, und jetzt ab in die Pause... etwas Rauch muss sein, muss mich halt an Eva vorbeischleichen :)))

Buko | Eröffnung

Unter dem Banner "Europa neu denken, Österreich neu bauen" startet Bundesgeschäftsführer Stefan Wallner den Kongress, unter den wachsamen Augen eines Präsidiums mit eher statutarischer Funktion...


die Stars stehen dann ja auf der Bühne, und nach einer eher mauen Rede der Tiroler Gastgeber warten wir gespannt auf die Inputs von Ulrike Lunacek (Europaabgeordnete), Stephan Schulmeister (yay, da freut sich meinereiner) und Werner Kogler (steirisches Grüngetüm mit viel Potential für unterhaltsame Reden).

Grüner Bundeskongress | Innsbruck

Ein Wochenende für die Politik. Unentgeltlich, ehrenamtlich und korruptionsbefreit - wie das bei uns Grünen halt so üblich ist :D

Ankunft in Innsbruck bei herrlichem Winterwetter, das mit Erfolg versuchte, für die kommenden Stunden in einem abgedunkelten Innsbrucker Kongresszentrum ein wenig zu entschädigen:

8. September 2011

Korruption, eine Hassliebe?

Mittlerweile hat die Korruptionswelle schon den Arlberg überquert. Offenbar wird selbst dem braven Alemannen beim "schaffa schaffa und hüsle baua" manchmal das Geldbörsel "too small"... Ein Alarmzeichen der besonderen Art :D

Da fragt man sich ja schon, wie die ganze Sache für die politische Landschaft ausgehen wird. Dazu ein Auszug aus einem derStandard Posting, das mir irgendwie durch die Haut geht:


Es sieht einfach danach aus, als wäre Korruption in Österreich völlig akzeptierte Praxis. Erwischen lassen sollte man sich besser nicht, weil man ja als freundliches Urlaubsland ein "sauberes" Image aufrecht erhalten möchte. Aber im Grunde wären alle mit diesem System zufrieden, wenn sie nur ab und an auch einmal ein paar Scheine in der Hand halten dürften.

Jedenfalls kein Grund, um sich ernsthaft mit einem Schwenk zu uns Grünen zu befassen, der einzigen Partei, die glaubhaft die Rolle des Anklägers übernehmen könnte. Da passt es doch auch hervorragend ins Bild, wenn ein Peter Pilz als böser Mensch wahrgenommen wird, der den ganzen Tag nichts anderes zu tun habe, als illegal in fremden Akten herumzuschnüffeln (war auch schon öfter so zu lesen in den Kommentarzeilen von derStandard).

Natürlich liegt die Ursache in der vielzitierten "österreichischen Seele", geprägt von monarchischer Almosenpolitik. Bestes Beispiel ist ja auch das (zumindest temporär vermeintliche) Wiedererstarken einer SPÖ, die seit Jahrzehnten mit Förderungen, Pensionistenbriefen, Wahlzuckerln usw. ihren Niedergang zu verschleiern bzw. verlangsamen wusste. Korruption ist halt (leider) völlig OK - wir lieben sie, wenn sie gut zu UNS ist, und wir hassen sie, wenn sie gut zu ANDEREN ist, und wir leer ausgehen. Zumindest gibt es günstige Gemeindebauten, und das Bier beim Donauinselfest kann man sich immerhin noch leisten - da dürfen die-da-oben sich schon ihre Späße erlauben...